25.04.14 – Azrou – Midelt – Erfoud

Hallo zusammen,
wir sitzen gerade in Erfoud bei 34 Grad im Schatten auf dem Campingplatz unter einer mit Palmenblättern bedeckten Hütte und entspannen uns.

In den letzten Tagen haben wir viele Eindrücke gewonnen, die mussten jetzt erstmal verarbeitet werden.

24.04.14 – Zedernwald bei Azrou – Midelt

Am Donnerstag haben wir am Morgen in aller Ruhe gefrühstückt und sind gegen 10.30 Uhr zum Zedernwald losgefahren. Im Reiseführer war dazu auch ein Wasserfall beschrieben – mit Koordinaten.
Wir sind also dort hingefahren und haben da den Wasserfall vermutet.
Dort angekommen sind wir etwas herumgelaufen, bis uns klar wurde, hier ist lediglich der Einstieg zur Zedernwaldpiste, welche dann auch irgendwann einmal zum Wasserfall führt.

Äffchen bei Azrou

Also den richtigen Ortsnamen Oum-er-Rbia ins Navi eingegeben und los ging es durch den Zedernwald. 60 KM sollten es sein.
Wir fuhren durch eine grandiose Landschaft. Wir haben einige Makakken-Äffchen gesehen. Die Äffchen waren echt süß, aber auch sehr an Touristen gewöhnt. Sie kletterten munter auf den Autos herum und bettelten nach Nahrung. Allerdings waren sie auch recht fotogen 🙂
An einem großen Bergsee haben wir kurz gerastet und das Panorama genossen.

Nicole vor dem Bergsee an der Zedernwaldpiste.

Dann ging es weiter auf der Piste. Durch kleine Bäche, über tiefe Schlaglöcher, Matsch, Aspahltreste und Geröll.

Im Verlauf der weiteren Route sind wir durch sehr entlegene Bergdörfer gekommen. Hier wurden wir sehr penetrant von Kindern und Frauen angbettelt.
Die Kinder kommen schon von weitem zur Straße gerannt und tun dann so als hätten sie Hunger. Sie zeigen sich oft auf den Mund.
Das ist echt total nervig und ätzend.
Auch beliebt ist es, leere Wasserflaschen in die Luft zu halten, als habe man Durst.
Die Frauen schreien ganz einfach und unverschämt Dirham (=Marokkanisches Währung).

Wir fahren einfach vorbei. Hier ist keiner wirklich am verhungern und wir sind auch nicht die Wohlfahrt.
Wenn es ihnen wirklich schlecht ginge, würden sie auch Marokkaner anbetteln.
Die denken sich einfach, oh die haben Geld, die können uns ja was abgeben. Fragen wir mal…

Kurz vor dem Wasserfall fragt uns ein alter Mann noch nach Geld oder gebrauchten Klamotten. Wir sagen nein und er ist auch nicht weiter böse und geht seiner Arbeit weiter nach. Damit muss man erstmal umgehen.

Es geht weiter in Richtung Wasserfall. Endlich angekommen, fahre ich Schorsch auf den Parkplatz und sehe direkt wie einige Leute aufstehen und sich quasi freuen, dass wieder welche zum Bereichern ankommen.
Sie hätten sich nur noch die Hände reiben müssen…

Ich also sofort den Rückwärtsgang eingelegt und wieder raus da.

Also gab es an diesem Tag keinen Wasserfall für uns. Auch nicht schlimm. Wir haben traumhafte Landschaften gesehen, sind über urige, entlegene Bergpisten gefahren.
Wir haben viele nette Viehhirten und sogar ein paar Holzfäller getroffen, die sich freuten jemanden zu sehen und immer freundlich und voller Stolz gegrüßt haben.
Schorsch hat uns tapfer überall durchgebracht.

Am Nachmittag legten wir noch eine entspannte Kaffeepause mit leckerem Kuchen ein. Traumhaft!

Beim Kaffee kochen.

Für die angegebenen 60 km und die anschließenden 140 km nach Midelt, wovon noch rund 100 km durch weitere Bergdörfer und entlegene Pisten führten, haben wir am Ende den ganzen Tag gebraucht.

Schnee

Kurz vor Midelt wollen wir an einer Tankstelle nochmal kurz rasten. Beim wollen ist es aber geblieben.
Kaum angehalten werden wir schon – sehr nett – auf Deutsch angesprochen und gefragt ob wir nicht ein paar Mineralien kaufen wollen.
Oder ob wir nicht etwas Krombacher oder ähnliches zum Tauschen hätten.
Er will uns noch zum Tee einladen und wenn wir doch schon da sind, könnten wir doch hier im Hotel für 30 Euro übernachten.
Nachdem wir ihn abgewimmelt haben sind wir dann auch weiter gefahren.
War wohl nichts mit rasten.

Wir sind erst gegen Sonnenuntergang in Midelt auf dem Campingplatz eingetroffen.

Wir wurden vom Campingplatzwart noch zu einem Tee eingeladen. In der Bude eingekehrt wurde uns auch ganz schnell klar, dass soll am Ende noch eine Verkaufsveranstaltung werden.
Mein Gott, jetzt auch noch das. Nach diesem anstrengenden Tag.

Es war am Ende allerdings noch ganz entspannt. Wir tranken einen Tee und hörten uns die Geschichte einfach mal an.
Einer sprach Deutsch. Sehr gut sogar. Er erzählte uns, er handle mit Mineralien und Fossilien und möchte demnächst in München eine Ausstellung machen…
Spätestens jetzt sollte jedem klar sein, was abläuft. Aber es war eigentlich alles sehr freundlich und entspannt.

Wir sind mit keinem Wort auf seine Mineralien oder Fossilien eingegangen und damit war die Sache dann auch vom Tisch. Er bot uns noch an die Mine zu besichtigen und danach vielleicht sein Geschäft anzuschauen aber wir vertrösteten ihn einfach auf morgen.

Am nächsten Morgen zeigte er mir dann noch ein paar wirklich schöne Fossilien. Ich sagte ihm, dass wir nichts kaufen wollen und dann war es auch gut.
Insgesamt eine recht freundliche Verkaufsmasche. Wir haben einen leckeren Tee getrunken, etwas Smalltalk mit ein paar Einheimischen gehabt und das war es dann auch.

Wir sind dann noch mit unseren Nachbarn, einem Münchner Rentner-Paar, ins Gespräch gekommen.
Die beiden waren schon seit 2 Monaten mit ihrem Allrad-LKW in Marokko unterwegs und sind nun langsam auf dem Weg zurück in die Heimat.
Wir haben unsere Eindrücke ausgetauscht und viele Tipps mitgenommen.

Es tat richtig gut, sich mit den beiden zu unterhalten. Sie gaben uns Tipps zum Umgang mit dem Gebettel, Verhandlungstaktik, den penetranten aufdringlichen Leuten usw.
Ausserdem haben wir noch ein paar Sehenswürdigkeiten und Stellplätze getauscht.

Wer eine Reise tut, der kann was erzählen. So unser Tagesfazit.

25.04.14 – Midelt – Erfoud

Nach dem tollen Gespräch mit den Münchnern haben wir uns auf den Weg in die Stadt gemacht.
Wir haben den Supermarkt, welchen wir am Vortag noch gesehen haben gesucht, aber nicht gefunden.

Egal. Wir finden bestimmt noch einen anderen – wobei das in Marokko alles andere als einfach ist.

Nicht nur wir sind ab und an durstig.

Es ging los in Richtung Erfout. Eine perfekt ausgebaute Straße (für marokanische Verhältnisse) führte uns quer durch die Geröllwüste vorbei an Tafelbergen über Pässe direkt nach Ar-Rachidia.
Ar-Rachidia ist eine Art Garnisionsstadt. Man sieht an jeder Ecke Militär.
Gefahren wird Hummer und Toyota.

Lademeisterschaft – das ging noch viel extremer. Die sind hier schmerzfrei.

Die Stadt hat ein modernes orientalisches Stadtbild. Es ist sauber und ordentlich. Moderne westliche Luxusautomobile sind neben den üblichen 123er Mercedes Fahrzeugen auf den Straßen unterwegs.
Hier finden wir auch einen Supermarkt. Wir kaufen groß ein uns füllen alle Vorräte auf. Das große Warensortiment des menschenleeren Supermarks macht uns richtig gute Laune. Ein krasser Gegensatz zu den kleinen Lädchen der letzten Tage.

Oase

Am frühen Nachmittag sehen wir dann die ersten Sanddünen. Vorboten des Erg Chebbie.
Wir machen viele Fotos. Das Thermometer ist konstant am Steigen.

Nachdem wir die 5* Hotels von Erfoud passiert haben und auf dem Campingplatz angekommen sind, mißt das Themometer 34° im Schatten. Wahnsinn! Wir wussten zwar, dass es heiß wird, aber im Durchnittswetter wird für unsere Reisezeit allerdings maximal 30° angegeben.

Der Campingplatz ist wunderschön und für marokanische Verhältnisse sehr gut in Schuss.
Nicole kümmerte sich noch um unsere Wäsche, während ich mit dem Kochen beginne. Es gab leckere Spaghetti Bolognese. Es schmeckte richtig klasse. Unsere aufgefüllte Vorratskiste erlaubt nun viel Abwechlung 🙂

Am Abend beschließen wir, den nächsten Tag hier zu verbringen und etwas runter zu schalten und einfach mal zu faulenzen.

Wir brauchen ein bisschen Pause um das Erlebte zu verarbeiten. Diese Pause nehmen wir uns einfach.

Seekrank in der Wüste

In der Nacht werde ich auf einmal geweckt. Nicole ist schon wach und ihr ist schlecht.
Der Wind pfeift durch unser nach allen Seiten geöffnetes Dachezelt.
Es ist bestimmt noch 20° warm.
Die Luft riecht extrem staubig. Vermutlich ein leichter Sandsturm oder Sandwind.
Das Dachzelt schaukelt im Wind.

Wir verlassen das Zelt und überlegen, was Nicole haben kann. Da kommt es uns in den Sinn – sie ist seekrank von dem Wackeln des Dachzeltes.

Ich hab den Wagenheber und ein Rüstholz ausgepackt und Schorsch an einer Seite des Rahmens leicht angehoben.
Im Dachzelt dann 2 Fenster geschlossen und schon war Ruhe. Wir standen stabil.

Wir konnten in aller Ruhe weiterschlafen. Lediglich der staubige Geruch lag noch in der Luft und störte meine Nase etwas.

Jetzt sitzen wir hier uns tun mal gar nichts bis wenig. Auch schön!

Morgen geht es dann nach Merzouga in die Sandwüste.

Bis morgen, viele Grüße aus der Wüste

Nicole & Christian

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