Merzouga-Zagora, entlang der Grenze

Hallo Zusammen,
die Tage auf dem Camping-Platz vergingen wie im Flug.
Es waren tausend Kleinigkeiten zu erledigen. Kleinere Wartungen werden durchgeführt, 4 Waschmaschinen werden gewaschen und irgendwann muss man dazwischen auch noch relaxen und schwimmen gehen… 🙂
Gleich nach unserer Ankunft haben wir bereits unsere erste Tajine dieses Jahr gegessen. Eine Geschmacksexplosion. Absolut lecker und reichlich.
Aber nach 3 Tagen Pause kribbelt es in den Fingern und wir wollen wieder raus in die Wüste.
Also werden die 600L Wasser wieder befüllt und wir machen uns bereits am Abend fertig.
Am  nächsten Morgen, es ist noch angenehm kühl und friedlich, dann klack, rumms und röööhhrr!
Der V8 des Magirus setzt sich in Bewegung und beendet auf angenehme Art und Weise die friedliche Morgen-Idylle. Wir sind wieder on-Tour!
Diesmal geht es auf eine Piste von Merzouga nach Zagora.
Für die Piste sollten wir so ungefähr 3 Tage brauchen, mal schauen wie es läuft.
Die Piste verläuft eng an der Algerischen Grenze entlang und ist die längste Wüsten-Etappe in Marokko.
Schnell ist das Touristen-Gebiet im Erg Chebbi, überwunden. 1-2 Polizeikontrollen und ab sind wir in der Einsamkeit. Einsam? Naja, es geht so. Im Vergleich zur letzten Piste, ist hier die Hölle los. Wir haben am ersten Tage bestimmt 5 Auberges(i.d.R. leere Herberge) und 10 Autos gesehen. Aber das wird sich die nächsten Tage noch legen.
Auf dem Weg zum Übernachtungsplatz in den Dünen, fahren wir uns dann auch das erste mal, dieses Jahr, fest.
Zum Glück gehe ich früh genug vom Gas und verhindere so das weitere Eingraben in den bodenlosen Sand.
Den Luftdruck hatten wir bereits bei Pistenbeginn um etwa 25% abgesenkt. Jetzt lasse ich wieder Luft ab, auf Sand-Druck. Ungefähr 40% des Normaldrucks.
Das frühe Stoppen hat sich gelohnt. Charlie schafft es in der eigenen Spur rückwärts zu fahren und mit etwas Anlauf schaffen wir es auf den Dünenkamm.
Nach ein paar Metern kommen wir zu unserem heutigen Nachtplatz.
Balou ist hier im Sand kaum zu bremsen. Er fliegt wie ein wildgewordener Handfeger über die Dünen. Er rennt sogar auf der Dünen-Innenseite in der Steilkurve umher. Wir verbringen hier einen tollen Abend und hören in der Ferne sogar die Trommelmusik aus einer nahegelegenen Auberge.
Am nächsten Morgen haben wir dann erstmal Spaß im Sand. Der Sand trägt in den Morgenstunden sehr gut und wir fahren wie auf Schienen hinauf und hinab. Das macht richtig Laune.
Heute Morgen steht die Durchfahrt des Qued Rheris an. Das Qued ist für seinen Fech-Fech unter Offroad-Fahrern bekannt. Fech Fech ist besonders feiner Sand. Eigentlich nur noch Staub.
Das Problem daran ist, dass man sich sehr schnell darin eingraben kann.
Hier im Qued haben es sich die Jugendlichen aus der nahegelegenen Oase zur Aufgabe gemacht, den Touris Horror-Stories zu erzählen wie gefährlich denn gerade dieser Weg sei oder das dieser Weg direkt nach Algerien führt etc… um sich dann selbst praktischer Weise als Führer durch das Qued anzubieten. Wir nehmen es ihnen nicht übel und fahren einfach an ihnen vorbei. Die Durchfahrt ist für unseren Magirus ein Witz. Der abgesenkte Luftdruck vom Vorabend hat sich ausgezahlt.
Vielleicht hatten wir auch Glück mit dem Wetter, aber die Durchfahrt war absolut nichts besonderes. Da fragen wir uns schon wieso das so bekannt sein soll.
Wir fahren den restlichen Tag noch durch traumhafte Steppen und finden einen Übernachtungsplatz abseits der Piste.
Die nächsten Tage verlaufen ähnlich. Wir haben uns mittlerweile angewöhnt früh aufzustehen und die Kühle der Morgenstunden zu nutzen. Gegen Mittag gibt es dann eine ausgiebige Siesta und am Abend geht es dann noch etwas weiter.
Kurz vor Zagora bietet sich uns dann noch ein ungewöhnlicher Anblick. Ein Hubschrauber im Tiefflug über die Ebene. Auf dem Boden wirbelt aber auch viel Staub auf. Ah ein Rennwagen.
Wird hier vielleicht ein Werbespot gedreht? Der Wagen und der Hubschrauber schießen in beeindruckender Geschwindigkeit über die Ebene.
Wir wechseln von unserer Holperpiste ein paar hundert Meter weit in die Ebene und fahren die gleiche Strecke.
Nach einigen Kilometern beginnt unsere Siesta. Direkt neben der Piste. Wie sich herausstellt sind wir in eine Rally geraten und die Sport-Geländewagen schießen an uns vorbei. Wir machen ein paar Bilder und grüßen uns gegenseitig mit den Fahrern.
Eine unerwartete Überraschung.
Unser Tag endet nach einer Passkontrolle am Militärstützpunkt ein paar Kilometer weiter.
Ich unterhielt mich mit dem Soldat des Kontrollpostens ein bisschen. Nachdem ich ihm unser Ziel mitgeteilt habe, versuchte er mir auf französisch und arabisch etwas mitzuteilen. Aber meine Französischkenntnisse reichten nur für LKW, Berg und holprig. Dazu hörte ich dann noch den Ortsnamen Tagounite. Wir dachten uns dann, anscheinend empfiehlt er uns einen anderen Weg, über Tagounite, da der Weg über die Berge sehr holprig wird. Oder der Weg über die Berge nach Tagounite wird sehr holprig. Keine Ahnung. Ist aber auch egal. Wir sind jetzt tagelang auf holprigen, teils engen und üblen Wegen oder ohne Wege unterwegs gewesen. Da macht das bisschen auch nichts mehr.
Und so fuhren wir am nächsten Morgen unsere geplante Route weiter. Es ging über eine enge Pass-„Straße“ den Berg hinauf. Straße in Anführungszeichen, da es Eselsweg besser beschreiben würde. Aber es ging und Gegenverkehr hatten wir bis auf die Rally ja auch schon seit ein paar Tagen keinen mehr gehabt.
Über den Pass sind wir in ein wundervolles Tal mit einem im Moment nicht bewohnten Haus an einem Brunnen gekommen.
Sehr idyllisch, für diese Landschaft.
Über einen ähnlichen Pass ging es dann am anderen Ende des Tals auch wieder heraus.
Unterwegs haben wir unsere Diesel- und Wasservorräte geprüft, die weiteren Strecken geplant und spontan beschlossen, nicht nach Zagora zu fahren, sondern unterwegs direkt zur nächsten Piste nach Mhamid zu fahren. Aber dazu im nächsten Beitrag mehr 🙂
Viele Grüße
Nicole, Christian und Pisten-Balou
Siesta

Luftablassen 🙂
Unsre Spuren im Sand
Lebensfreude pur

top Übernachtungsplatz

Rally

Hundesport in der Wüste
Beim Spielen abgehoben
Zum Glück kamen wir von der anderen Seite, sonst wäre hier Ende gewesen.
Nomadenhaus mit Brunnen
Doppelte Viehtränke

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